In einem gemeinsamen Projekt des Haupt- und Personalamtes, des Bürgerbüros und der Rezeption wurde das Fundbüro der Stadt Bad Wildungen grundlegend neu strukturiert. Bislang war das Bürgerbüro die zentrale Anlaufstelle, um Fund- und Verlustmeldungen aufzugeben oder Fundsachen ihren Besitzern zurückzugeben – seit Januar 2025 kann dies zu den Öffnungszeiten des Rathauses an der Rezeption erledigt werden. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Mitarbeit der städtischen Auszubildenden, welche die Neustrukturierung des Fundbüros von Beginn an begleitet und durch ihren großen Einsatz zum Erfolg des Projektes beigetragen haben.

Eine öffentliche Versteigerung städtischer Fundsachen war zuletzt 2010 durchgeführt worden. Klar, dass sich in dieser Zeit eine ganze Menge an Fundstücken aller Art in den städtischen Lagern ansammelte. Es kam die Idee zu einer Ausstellung: Was, wenn wir alle Fundsachen sichten, sortieren und für eine Versteigerung aufbereiten?

Mit dem Haupt- und Personalamt, dem Bürgerbüro und der Rezeption entwickelten die Städtischen Museen Bad Wildungen ein besonderes Ausstellungskonzept, das sich auf die Aufbereitung und den Verkauf der städtischen Fundsachen konzentrierte. Beim (Aus-) Sortieren der über 2000 Fundstücke konnte das Museumsteam auf die Unterstützung der städtischen Auszubildenden zählen. Während ein Großteil an Fundstücken selbst aufbereitet werden konnte, konnten für die fachmännische Überprüfung von Fahrrädern und Uhren Unternehmen aus der Region gewonnen werden.

Mit diesem durchaus zeit- und arbeitsintensiven Projekt zur Aufarbeitung des städtischen Fundbüros konnten die Lager fast vollständig geräumt und die Fundsachen gewinnbringend verkauft werden. Die Aktion stieß – auch durch das Begleitprogramm mit Auktionator Walter Ginhart und seinem Team vom Kunst & Ausktionshaus Ginhart – auf ein großes überregionales und mediales Interesse und ist auf allen Ebenen als Erfolg zu werten. Im Nachbericht sind für alle Interessierten die wichtigsten Fakten und Posten des Projektes festgehalten.

Die maßgeblichen Sortier- und Reinigungsarbeiten wurden vom Team der Städtischen Museen und den Auszubildenden der Stadtverwaltung durchgeführt. Von den rund 2000 Fundstücken zu Beginn des Projektes blieben noch rund 1000 Fundstücke übrig, die sich für einen Vorabverkauf bzw. eine Auktion eigneten. Fahrräder und Uhren wurden fachmännisch aufbereitet, hochwertiger Gold- und Silberschmuck für die Auktion geschätzt und Kleidungsstücke aller Art gereinigt. Ein großer Dank an alle Beteiligten, die dieses Projekt durch ihren Einsatz auf ein so hohes Qualitätslevel gehoben haben!

Vom 11. bis 14. Dezember 2024 waren Auktionator Walter Ginhart und sein Team vom Kunst & Auktionshaus Ginhart zu Gast in Bad Wildungen. Nur die Übernachtungskosten wurden für drei Gäste und drei Übernachtungen von der Stadt getragen. Sowohl für die kostenlosen Kunstschätzungen, die an zwei Tagen angeboten wurden, als auch die große Fundsachen-Auktion, bei der 150 erlesene Fundstücke zum Aufruf kamen, fielen keine Kosten an. Auch die Fahrtkosten wurden von Walter Ginhart getragen, dem an dieser Stelle ein großer Dank für seine Großzügigkeit und Unterstützung ausgesprochen wird! Die Kunstschätzungen fanden ein großes mediales Echo, dreimal war Bad Wildungen mit dieser Aktion im Regionalfernsehen zu sehen. Auch bei FFH und im HR-Radio wurde über das Fundsachen-Projekt berichtet. Zur Auktion wurde ein Auktionskatalog erarbeitet, der digital zur Verfügung gestellt wurde. So fielen auch hier keine gesonderten Kosten an.

Bereits zur Sichtung der rund 2000 Fundstücke konnten vom Bürgerbüro der Stadt Bad Wildungen und den städtischen Auszubildenden aus 14 Jahren Bargeldeinnahmen erzielt werden. Hinzu kam der Erlös für defekten oder gravierten Gold- und Silberschmuck.

In 14 Jahren hatten sich auch zahlreiche Fundhandys angesammelt. Leider war der Großteil der Geräte veraltet. Um die Handys weiterzuverkaufen, wäre eine fachmännische Datenlöschung nötig gewesen. Da sich letztlich nur drei Geräte durch erfolgreiche Datenlöschung und Funktionsprüfung überhaupt für den Weiterverkauf geeignet hätten, wurden die Fundhandys zum Recyclen an Green2B übergeben.

Am Montag, 11. November, startete der große Vorab-Verkauf in der Wandelhalle Bad Wildungen, zu dem rund 140 Gäste sowie Vertreter regionaler Medien erschienen waren. Der Vorab-Verkauf lief bis zum 11. Dezember und brachte beeindruckende Erlöse ein. Die wenigen Teile, die übrig blieben, wurden nach Abschluss der Auktion entsorgt. Noch funktionsfähige Uhren, die nicht für den Vorab-Verkauf aufbereitet wurden, konnten an das Amt für Soziales übergeben werden.

Von den 150 Fundstücken der großen Fundsachen-Auktion am 14. Dezember konnten 115 Stücke verkauft werden. Höchstpreise erzielten die Junghans-Herrenuhr, die Zenith-Automatikuhr sowie ein Trekkingrad von Centurion und ein Fatbike. Für Überraschungen sorgte auch das Modell einer Wirbelsäule, das als kuriosestes Teil der Auktion verkauft werden konnte. Maßgeblich beteiligt waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem städtischen Fundbüro, die städtischen Auszubildenden und das Team der Städtischen Museen, die die Auktion gemeinsam mit dem Kunst & Auktionshaus Ginhart organisierten und durchführten. 35 Fundstücke wurden nicht verkauft, darunter 21 Fahrräder. Sie wurden inzwischen in das städtische Lager zurückgebracht, sind fahrtauglich aufbereitet und sollen Bestandteil der ersten Online-Auktion sein, die die Stadt Bad Wildungen zu gegebener Zeit anbieten möchte.

Fazit

Obgleich das Projekt sehr zeit- und arbeitsintensiv war, konnte die Neustrukturierung sowie die Aufarbeitung mit Abverkauf städtischer Fundsachen durch eine gelungene Zusammenarbeit aller Beteiligten in kürzester Zeit in derart hoher Qualität realisiert werden. Alle angebotenen Fundstücke wurden sorgfältig geprüft und gebrauchsfertig aufbereitet. Die Investitionen für die Aufbereitung wurden durch den großen Einsatz aller Projektbeteiligten so gering wie möglich gehalten. Der Großteil an Fundstücken, die sich seit 14 Jahren in den Lagern ansammelten, konnte gewinnbringend verkauft werden – ein Projekt, auf das alle Beteiligten stolz sein können und das sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird!