Aufbauend auf einem Rebhuhnschutz-Projekt im Bad Zwestener Raum werden auch in der Feldflur südöstlich von Bad Wildungen Maßnahmen seit 2021 umgesetzt. Das Rebhuhn gilt als Leitart einer strukturreichen und insektenreichen Agrarlandschaft. Wo sich seine Bestände stabilisieren, profitieren viele andere Arten auch. Nicht ohne Grund wurde das Rebhuhn zum Vogel des Jahres 2026 gewählt.
In Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben werden geeignete Nahrungs- und Deckungsflächen entwickelt. Dazu zählen angepasste Saaten, reduzierte Saatdichten und stehengelassene Streifen. Die fachliche Koordination erfolgt über den Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen.
Ergänzend zu den Maßnahmen auf den Ackerflächen wird auch die Heckenpflege durch die Stadt angepasst. Dies unterstützt die Ziele der anerkannten Ersatzmaßnahme. So werden Gehölze künftig abschnittsweise und regelmäßig wiederkehrend gepflegt. Dabei bleiben Teilbereiche ungeschnitten, sodass über die Jahre unterschiedliche Alters- und Höhenstrukturen entstehen. Diese Strukturvielfalt verbessert die Lebensbedingungen vieler Arten und erhält trotzdem wichtige Ansitzwarten, unter anderem für den seltenen Raubwürger, der im Raum Braunau regelmäßig zu beobachten ist.
„Die Feldflur rund um Bad Wildungen ist ökologisch besonders wertvoll. Auch Passanten können zu ihrem Schutz beitragen, indem sie zum Beispiel Hunde in der Brutzeit im Rebhuhngebiet anleinen“, so Andrea Imhäuser vom LLH.