Der Magistrat sieht sich gezwungen, die Freizeitanlage Heloponte einschl. Freibad aufgrund der festgestellten Bauschäden und den damit verbundenen Gefahren für Mitarbeiter und Besucher zu schließen.

 

Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 10. Oktober 2022 wurde die Verwaltung unter anderem beauftragt, den Schwimmbetrieb weiterhin sicherzustellen. Um das zu gewährleisten, wurden in den letzten Monaten verschiedene Maßnahmen geplant, begonnen und durchgeführt. Dazu gehörten Notabstützung im Bereich Massagebecken, TÜV-Prüfung der Rutschenanlage inkl. Mängelbeseitigung, Erneuerung von Saunaliegen, Abdichtung Überlaufrinne Schwimmerbecken (nur prov. möglich), Erneuerung Faserfilter Massagebecken, Reparaturverglasung der Glasfassade (Wechsel von defekten Scheiben), Tausch der automatischen Brandmelder, Erneuerung Kassensystem. Dabei handelte es sich um einige Maßnahmen, die zurückgestellt worden waren, da eine Schließung zum 31.03.2023 mit anschließendem Abriss und Neubau vorgesehen war.

Im Zuge der Maßnahmen und Überprüfungen, die zurückgestellt waren, wurden auch die Leimbinder der Dachkonstruktion geprüft. Diese erfolgte in zwei Teilen, da für eine Seite erforderlich ist, dass ein Gerüst ins Hallenbad gestellt wird. Somit erfolgte der Teil an der Glasfassade im Januar und der Teil Hallenbad Anfang Juni zur geplanten Schließzeit des Hallenbades.

Im Zuge der Überprüfung wurden vom Holzgutachter so große Schäden festgestellt, dass er einer weiteren Nutzung der Schwimmhalle nicht mehr zustimmen kann. Da die Leimbinder auf dem massiven Bauteil Umkleide/Sauna aufliegen und auch ein Großteil der Schwimmbadtechnik unter der Halle liegt, wurde das Büro REITZ und PRISTL Ingenieurgesellschaft für Tragwerksplanung mbH, Kassel, welches zurzeit die Betonuntersuchungen durchführt, beauftragt zu prüfen, ob und wie diese Bauteile noch genutzt werden können, damit ein Betrieb des Freibads möglich wird.

Eine Nutzung dieser Bauteile ist nur möglich, wenn alle Leimbinder mit Stahlstützen mit einer Länge von bis zu 11 m abgestützt werden. Diese Stützen ständen in der Schwimmhalle auch in den Becken, um die Lasten in den Untergrund abzutragen.

Parallel zu den Prüfungen und Dimensionierungen der Statiker wurden die verschiedenen zusätzlichen Rahmenbedingungen abgeklärt. Hierzu gehörten Rücksprache mit dem Kreisbauamt zu Brandschutz und Statik/Prüfstatik, Nachfragen beim Stahlhandel zu Verfügbarkeit und Lieferzeiten und auch Überlegungen zur möglichen Montage der Stützen. 

Neben den Leimbindern ist auch die Glasfassade so abgängig, dass sie komplett eingerüstet und mit Sicherheitsnetzen im Außenbereich gegen splitternde Scheiben gesichert werden müsste.

Unter Berücksichtigung aller dieser Punkte könnte, wenn alles reibungslos läuft, die Schwimmhalle bis Ende September so abgesichert sein, dass ein für Mitarbeiter und Besucher sicherer Betrieb des Freibads möglich wäre. Eine Inbetriebnahme Ende September macht keinen Sinn, da die Freibadsaison dann schon so gut wie beendet ist.

Der Magistrat hat die Entscheidung zur Schließung der Freizeitanlage nicht leichtfertig getroffen, auch angesichts der Tatsache, dass erst im letzten Jahr der Beckenkopf im Schwimmerbecken des Freibads aufwändig saniert wurde. Gerade in den letzten Wochen war der Start in die Freibadsaison es ein großes Anliegen von Bürgermeister, Verwaltung und Helopontemitarbeitern. Die beim Befüllen des Schwimmerbeckens geborstene Schwallwasserleitung wurde mit Hochdruck durch ein Fachunternehmen in Zusammenarbeit mit städtischem Personal repariert. Ebenfalls wurde zusätzliches Personal eingestellt, um möglichst lange Öffnungszeiten anzubieten.

Aber angesichts der jetzt bekannten Risiken für Mitarbeiter und Besucher und dem Zeitraum der möglichen Sicherungsmaßnahmen, bleibt leider keine andere Möglichkeit, als die Anlage zu schließen.