Bad Wildungen hat seine Stolpersteine

Sie gehören mittlerweile zum Alltagsbild der Stadt, auch viele fremde Gäste kennen sie bereits, und andere Orte nehmen sich ein Beispiel daran: Seit 2008 ist die Verlegung von „Stolpersteinen“ in Bad Wildungen abgeschlossen, 75 Steine erinnern seither an das Schicksal der im Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Juden. Gunter Demnig, ein Künstler aus Köln, hatte sie in drei Etappen in der Badestadt verlegt und zeigte sich dabei beeindruckt vom Engagement der örtlichen Initiative.

Denn diese hat den Anspruch, die Steine und das Gedenken immer wieder mit Leben zu erfüllen. Dazu führt sie regelmäßig öffentliche Veranstaltungen durch. So gab es bisher bereits Stadtrundgänge, Vorträge, Zeitzeugenbefragungen, eine Fotoausstellung und eine Filmdarbietung. Ein israelischer Kurgast zeigte sich so beeindruckt, dass er vor Ort bereits zwei Filme über die „Stolpersteine“ drehte. Schüler der „Enseschule“ putzten die Messingoberfläche der Steine. Und ehemalige Wildunger Juden, die die Stadt besuchten, zeigten sich beeindruckt von der Kunstaktion. Neben Artikeln in Tageszeitungen und Geschichtszeitschriften hat die örtliche Initiative auch die Broschüre „Hier lebte...“ herausgebracht, die bereits in dritter Auflage erschien und in allen Buchhandlungen, Touristinfos und Museen kostenlos erhältlich ist.
„Dass die Steine liegen, ist gut. Aber wir wollen auch durch andere Aktivitäten erreichen, dass die Opfer nicht vergessen werden“, so die Initiative. Dabei gehen die Wildunger als gutes Beispiel voran: Die Stadt ist die erste im Altkreis Waldeck, in der „Stolpersteine“ verlegt wurden, und andere lokale Geschichtsgruppen übernehmen Ideen wie die einer eigenen Broschüre.
(Johannes Grötecke)

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